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"Rohrblatt" Nr.3, November 2007
Mozart- mutig und fast neu
Wolfgang Amadeus Mozart Ouvertüre zu "La Clemenza dl Tlto" KV 621 Klarinettenkonzert A-dur KV 622, "Jupiter-Slnfonie"N, KV 551
Nach 68 Minuten Musikgenuss läßt sich zu diesem Silberling folgendes feststellen: den drei Werken bekommt die sparsame Kleinbesetzung der vierzehn Salzburg Orchester Solisten sehr gut: mit fünf Streich- und in allen Bläserpositionen auch einzeln besetzten Instrumenten samt Pauken entsteht ein prächtig luftiges und durchsichtiges Klangblld: keine Nore geht verloren, jede Stimme läßt sich verfolgen und jeder Takt der Werke wie als Blaupause erleben, jede Ausdrucksnuance in jedem Instrument wird deutlich. Beispielhaft dafür ist die "Jupiter-Sinfonie", wo in der Durchführung des Kopfsatzes die oft zu einem dicken Knäuel verwurstelten Stimmen Melodieverläufe in Einzelfäden aufgelöst hörbar machen, wie man sie so nicht kennt. Der Solist des Klarinettenkonzertes drechselt auf seiner Bassettklarinette die Melodien zauberhaft und gefühlvoll, verziert beherzt und einfallsreich etliche Wiederholungen, changiert fesselnd zwischen fast unhörbarem Pianissimo und kraftvollem Forte, erlaubt sich dabei auffällige Rubati, die aber passen, verliert sich überraschenderweise im dritten Satz - im Manuskript ist eine Kadenz gar nicht vorgesehen! - fast zweieinhalb Minuten lang in einen für sich allein genommen hinreißenden und technisch überaus vertrackten Ausflug ins jazzig Moderne, der mit Mozart freilich nichts mehr zu tun hat, findet dann aber doch wieder zum vertrauten Thema und zu den anschließenden Schlußtakten zurück. |
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